2. Frage: Was stört Dich auf St. Pauli?

Wir haben aus den vielen Antworten auf diese offene Frage Punkte zusammengefasst, die in ähnlicher Formulierung immer wieder auftauchten (um das Bild größer zu sehen, draufklicken):

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Jede(r) zweite St. Paulianer*in empfindet die zunehmende „Disneylandisierung“ auf St. Pauli als störend, v.a. die Anzahl der Veranstaltungen, die damit verbundenen Belastungen und die Nicht-Berücksichtigung der Bewohnerinteressen bei der Planung. Dass die Eventisierung so massiv kritisiert wird, liegt auch daran, dass die Umfrage im Sommer gemacht wurde, in der die Event-Welle durch St. Pauli rollt.

An zweiter Stelle stehen die Angst vor steigenden Mieten, Umwandlung und Verdrängung. Interessante für künftige Befragungen wäre, wer in seiner direkten Nachbarschaft oder im Freundeskreis bereits erlebt hat, dass St. Paulianer*innen durch hohe Mieten aus dem Stadtteil herausgedrängt wurden.

Jede(r) Dritte empfindet die Verschmutzung im Viertel als störend, häufig als Folge der Veranstaltungen und Wochenendbesucher im Viertel. Die Piss- und Kotzlachen etwa beim Schlagermove tauchen in den Antworten immer wieder auf.

Jede(r) Vierte stört sich an der Kommerzialisierung und Veränderung der sozialen, kulturellen und gewerblichen Infrastruktur („Klamotten kann man nicht essen“, „zu viele Ketten“).

Hier sind einige konkrete Aussagen aus den Fragebögen, was St. Paulianer*innen stört:

  • „…die Stadt verdient an diesen Veranstaltungen einen Haufen Kohle – dann sollte es doch geschafft werden, jede Straße zu kehren & evtl. bei der nächsten Veranstaltung mal ein zwei Klos mehr aufzustellen.“
  • „Die Ballermannstimmung verbunden mit Urinieren in Hauseingänge – und NEIN, damit muss man sich nicht abfinden wenn man auf St. Pauli wohnt!“
  • „Umbau zur reinen “Partyzone” unter Nichtberücksichtigung der Interessen der Bevölkerung“
  • “…dass alle k… Veranstaltungen wie Schlagermove, Harleydays immer auf St.pauli statt finden ohne daß wir gefragt werden!”
  • „meine Nachbarn ziehen weg, die neuen Nachbarn sind anders“
  • „Dass Menschen mit geringerem Einkommen sich die Mieten nicht mehr leisten können. Dass immer weniger Menschen mit Migrations-Hintergrund auf St. Pauli leben. Dass es kaum noch kleine Läden gibt für Gemüse. Dass es kaum noch kleine Kneipen gibt. Nur noch Kioske und Event-Lokale.“
  • „Verglichen mit dem Anfang der Neunziger Jahre gibt es wesentlich weniger Angebote für die Bewohner. Damals gab es interessante Musikclubs, wo es um die Musik ging und der Profit erst nachrangig war. Es gab auch viele gute Geschäfte, in denen man als Bewohner preiswert einkaufen konnte.“

Alle Antworten zu dieser Frage kannst Du im “Stimmenbrowser” nachlesen.

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