5. Frage: Planung des Esso-Häuser-Geländes

Wir wollten von den St. Paulianer*innen wissen, wer über die Planung des seit Jahren umkämpften und inzwischen leeren Esso-Häuser-Geländes entscheiden soll. Dabei konnte man mehrere Optionen ankreuzen:

stimmenvonstpauli_umfrage_esso-entscheider_1

Fast vier Fünftel der Antwortenden wollen, dass die Bewohner*innen des Stadtteils mitentscheiden, diese sind also die wichtigste Entscheidergruppe. Nur ein knappes Viertel möchte die Eigentümerin entscheiden sehen.

Offensichtlich wird auf St. Pauli mehr Wert auf Satz 2 Artikel 14 GG gelegt: “Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen”, und dieser Satz auch anders interpretiert, als in der bundesrepublikanischen Gesellschaft üblich. Die Befürworter der Eigentümerin Bayerische Hausbau hingegen begründeten ihre Entscheidung hingegen damit, dass der Eigentümer schließlich das Recht habe, darüber zu entscheiden.

Wir haben auch nachgezählt, wie oft bestimmte Kombinationen von Bewohner*innen, Bezirk und Hausbau bzw. diese als einzige Entscheider angekreuzt wurden (um das Bild größer zu sehen, draufklicken):

stimmenvonstpauli_umfrage_esso-entscheider_2

Bemerkenswerte 44 % haben nur die Bewohner*innen als Entscheider genannt.

Ein gutes Drittel, 34 %, wünschen sich eine Beteiligung mehrerer Akteure (Bezirk, Bewohner, Eigentümer etc.).

Nur 5 % sehen die Entscheidungsbefugnis ausschließlich bei der Eigentümerin.

Bei den zusätzlichen Entscheidern wurden immer wieder die ehemaligen Bewohner*innen der Esso-Häuser genannt.

Als Begründung für ihre jeweiligen Wahl gaben St. Paulianer*innen unter anderem folgendes an:

  • „Weil es manchmal (bzw. immer) einfach nur um schöner wohnen gehen sollte, und nicht um mehr Profit.“
  • „… weil nur die Bewohner sinnvoll beurteilen können, was auf dem Gelände passieren soll. Alle anderen denken nur an Profit.“
  • „Zuhören und Kompromisse eingehen ist meiner Meinung nach die Lösung.“
  • „Ich vertraue auf ein städtisches Gesamtkonzept als Lösung mit Blick über die Grenzen des Stadtteils hinaus.“
  • „Weil der Bezirk nicht im Interesse der Bewohner_innen St. Paulis mit geringerem Einkommen handelt und aus solchen Initiativen schon tolle Errungenschaften für den Stadtteil hervorgegangen sind.“
  • „Um weitere Fehlentscheidungen zu vermeiden, die die Lage aufheizen. Es wurde schon genug hochwertiger Wohnraum in dem Quartier um die ehemalige Brauerei erschlossen, jetzt ist wichtig, dass auch an die gedacht wird, die sich nicht wehren können.“
  • „Weil es die Bewohner*innen direkt betrifft. Der Bezirk Mitte soll nur entscheiden, wenn er alle sozialen Vorgaben berücksichtigt!“

Alle Antworten zu dieser Frage kannst Du im “Stimmenbrowser” nachlesen.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>